Laufen für die Deutsche KinderKrebshilfe

Ein Angebot, das Ihr nicht ablehnen könnt… Leo, 17.08.2015

Nach einem etwas überstürzten Aufbruch aus Freiburg heute mal aus dem schönen, aber regnerischen Ftan. Ob das ein Tippfehler ist? Nein, das ist ein verschlafenes Bergdorf in der Ostschweiz, wo ich mal wieder eine Sommerakademie besuche und den Kopf ein bisschen mit anderen Themen als der Medizin bemühe. Worum es geht? „Behavioural Insights, Decision Making and the Human Brain“ lautet der Titel der Arbeitsgruppe, in der ich mich über zwei Wochen mit Entscheidungsforschung und Neurowissenschaften beschäftige.

Was das konkret heißt? Hier ein kleines Denkbeispiel, das die Irrationalität in so mancher Entscheidungssituation illustriert:

Ein Angebot, das Ihr nicht ablehnen könnt…

Ich möchte Euch drei Angebote vorstellen, aus denen Ihr das intuitiv beste Angebot wählen sollt:

  1. Ihr erwerbt ein Jahresabo einer Zeitung Eurer Wahl als ePaper für 59,90€. In diesem Angebot stehen Euch die Inhalte der Zeitung online auf verschiedenen Endgeräten (Smartphone, Laptop, etc.) zur Verfügung. Die Inhalte könnt Ihr beliebig oft abrufen.
  2. Ihr erwerbt ein Jahresabo einer Zeitung Eurer Wahl. Die Zeitung wird Euch täglich zugestellt und alle Inhalte sind in der Printversion enthalten. Der Preis beträgt 89,90€.
  3. Ihr erwerbt ein Jahresabo einer Zeitung Eurer Wahl. Ihr erhaltet sowohl täglich die Printversion, als auch einen vollwertigen Zugang zur Version der Zeitung als ePaper (vgl. 1). Sowohl online, als auch in der Printversion sind sämtliche Inhalte enthalten. Der Preis beträgt 89,90€.

Welches Angebot erscheint Euch intuitiv am attraktivsten?

Falls Ihr denkt, Angebot 3 ist der beste Deal, da ihr „beide“ Angebote für den gleichen Preis wie nur die Printversion erhalten könnt, hat diese Methode, die Euer Entscheidungsverhalten beeinflussen soll, funktioniert. Da es uns schwer fällt, den absoluten Wert eines Angebots zu beurteilen (ist 59,90€ für ein ePaper guter Qualität zu viel oder zu wenig? Sind 89,90€ für die Printversion mit Zustellung Abzocke oder ein Schnäppchen?), nehmen wir dankend die Hilfe an, die Angebot 3 suggeriert: Für den Preis, für den ich „nur“ die Printversion bekomme, bekomme ich jetzt zusätzlich das ePaper – das gibts quasi gratis dazu. Vergleiche ich nun die Angebote 2 und 3, erscheint mir das Angebot 3 attraktiver. Es erscheint sogar attraktiver als Angebot 1, da ich hier keinen direkten Vergleich durchführen kann.

Triumphiert man nun, weil die Volldeppen der Zeitung mir das ePaper in Angebot 3 schenken, lachen sich diese ins Fäustchen, weil ich 30€ zusätzlich für zweimal gleiche Inhalte zahle.

Das hat Euch noch nicht überzeugt? Dann konstruieren wir noch ein weiteres Beispiel:

Herzlichen Glückwunsch, Ihr habt in einem Gewinnspiel eine Reise gewonnen und könnt aus drei Angeboten wählen:

  1. 5 Tage Paris mit An- und Abreise, Unterbringung, All-inclusive-Verpflegung, sight-seeing, shopping und Theater.
  2. 5 Tage Rom mit An- und Abreise, Unterbringung, All-inclusive-Verpflegung, sight-seeing, shopping und Theater.
  3. 5 Tage Rom mit An- und Abreise, Unterbringung, All-inclusive-Verpflegung, sight-seeing, shopping und Theater. Das all-inclusive beinhaltet keinen Kaffee zum Frühstück.

Hier müsst Ihr nicht einmal einen Kauf tätigen. Aber Rom und Paris lassen sich trotzdem nicht gut vergleichen und so kann ich – sofern ich keine vorbestehende Abneigung gegen Rom oder Paris habe – nur schwer entscheiden. Da ich in Angebot 3 aber keinen Kaffee zum Frühstück bekomme, bzw. diesen selbst bezahlen muss, entscheidet sich nun die Mehrzahl der Personen für Angebot 2. Angebot 1 fällt meist unter den Tisch, obwohl es keinen (prinzipiellen) Unterschied macht, ob ich meinen all-inclusive Kaffee in Rom oder Paris trinke.

Das soll als kleiner Einblick in meine erste Woche zum Thema Entscheidungsforschung reichen. Heute hat die zweite Woche begonnen und ich bin gespannt, was die nächsten Tage bereithalten!

Was das Laufen angeht…

Die Vorbereitung soll hier natürlich auch nicht zu kurz kommen. Wir sind hier auf etwas weniger als 2000m Höhe, was das Training durchaus anstrengender gestaltet. Zu meinem Glück (oder Pech…) bin ich hier an einen Triathleten geraten, der mich ganz schön piesackt. Immerhin geht es so weiter Voran und ich bin optimistisch für die nächsten Wochen! 😉